Wasser ist für Pflanzen genauso wichtig wie für uns Menschen. Jede Pflanze hat allerdings andere Bedürfnisse an die Wassermenge. So kann eine Orchidee mit recht wenig Wasser auskommen, da die Pflanze eigentlich in Bäumen ohne Erdkontakt beheimatet ist. Dagegen sind Wasserpflanzen ohne Wasser direkt verloren.

Das Wasser muss tief genug in den Boden eindringen
Das Wasser muss tief genug in den Boden eindringen

Am besten erkennt man einen Wassermangel an den Schutzmechanismen einer Pflanze. Dazu gehört das Einrollen oder das Hängenlassen von Blättern. Damit versucht die Pflanze, ihre Fläche zur Verdunstung zu verkleinern. Dieses muss nicht zwangsläufig nur im Sommer geschehen. Immergrüne Gehölze können auch im Winter zu wenig Wasser zur Verfügung haben.

Sollte eine Pflanze bereits derartige Vertrockungserscheinungen zeigen, muss man sofort einschreiten, um sie zu retten. Die regenerativen Möglichkeiten einer Pflanze können je nach Art, Alter und Größe entscheidend sein.

Die Gießmenge sollte sich nach den Ansprüchen der jeweiligen Pflanze richten. Zu wenig Wasser würde die Pflanze schädigen. Zu viel Wasser kann zum Faulen von Pflanzenteilen und dem Ausschwemmen von Nährstoffen führen. Außerdem bildet die Pflanze kaum noch Wurzeln. Der Gärtner bezeichnet dies als „verwöhnen“, es ist aber nicht gut und natürlich für die Pflanze.

Beim Gießen sollte man mindestens 3/4 der Wurzeltiefe erreichen. Dazu sollte man bei Unsicherheit auch mal neben den Wurzeln nach dem Gießen ein Loch graben und das Ergebnis kontrollieren. Bei Rasen sollte das Wasser mindestens bei Betreten der Fläche heraustreten. Als Richtwert gibt es die Angabe von 15-30 Liter pro Quadratmeter Zierpflanzen. Bei Rasen 10-15 Liter pro Quadratmeter.

Bei größeren Flächen ersetzt der Schlauch die Gießkanne
Bei größeren Flächen ersetzt der Schlauch die Gießkanne

Das beste Wasser zum Gießen ist Regenwasser. Hier gibt es den gewohnten Säure- und Härtewert und außerdem einen geringeren Kalkanteil. Das kann sich gerade bei Moorbeetpflanzen wie Azaleen positiv auswirken, da diese unter dem meist basischeren pH-Wert von Leitungswasser eher leiden.

Der günstigste Zeitpunkt für das Gießen ist der Abend. Auf jeden Fall sollte man aber die stärkste Sonne am Tag vermeiden. Bei jedem Gießen sollten so wenig Blätter begossen werden wie möglich. Wassertropfen wirken wie eine Lupe, die das Licht bündelt und so zu Verbrennungen der Pflanzenteile führen kann.

Bei größeren Flächen bietet es sich an, die Gießkanne durch einen Schlauch oder Regner zu ersetzen. Regner können auch als festes System in den Garten installiert werden und mit einem intelligenten Heimsystem verbunden werden.

Vorbeugend sollte man schon beim Kauf neuer Pflanzen überlegen, ob diese den sich verändernden Klimabedingungen gerecht werden.

Auch die direkte Umgebung hat einen Einfluss. Eine Abdeckung durch Rindenmulch oder eine Bepflanzung mit Bodendecker schattiert den Boden und verringert damit die Austrocknung des Bodens. Pflanzgefäße wie Blumenkästen oder Kübel können das Wasser besser halten. Flächen mit dunklen Steinen dagegen wirken sich stark negativ aus. Je dunkler der Stein, desto mehr Hitze strahlt dieser aus. Der Stress für die Pflanze wird dadurch deutlich verstärkt.